"Dewar" bezeichnet im Labor häufig sehr unterschiedliche Dinge — von der kleinen Laborflasche für flüssiges Stickstoff für Schnellgefrieren bis zum 500-Liter-Biobanktank für die Langzeitlagerung von Zelllinien. Das führt zu Verwirrung, und schlimmstenfalls zur falschen Gerätewahl für die falsche Anwendung.
Hier ist die Übersicht, die Klarheit schafft.
Ein Dewar-Gefäß (benannt nach dem schottischen Physiker und Chemiker Sir James Dewar) ist ein doppelwandiges, vakuumisoliertes Gefäß, das die Temperatur seines Inhalts über einen definierten Zeitraum aufrechthält. Das Vakuum zwischen den Wandungen reduziert Wärmeleitung und Konvektion; ein Strahlungsschild minimiert Wärmestrahlung.
Im Kryobereich werden Dewar-Gefäße für die Lagerung und den Umgang mit Flüssigstickstoff (–196°C), flüssigem Helium (–269°C) und anderen kryogenen Flüssigkeiten verwendet.
Die kleinste und im Labor am häufigsten anzutreffende Form. Typisch: 1–10 Liter Fassungsvermögen, aus Glas oder Edelstahl.
Anwendungen: Bereithalten von LN₂ für Schnellgefrieren (in flüssigem Stickstoff tauchen), Schnittgefrieren in der Histologie, Kühlen von Proben bei Handlingsschritten.
Nicht geeignet für: Langzeitlagerung biologischer Proben — Laborflaschen haben keine ausreichende Hold Time und keine Probenregistrierung.
Breite Öffnung, 5–50 Liter, häufig ohne Deckel oder mit lockerem Stopfen. Für den direkten Zugriff auf Proben in flüssigem Stickstoff ausgelegt.
Anwendungen: Kurzfristige Arbeits-LN₂-Vorräte im Labor, Übertragen von LN₂, manuelles Schnellgefrieren.
Nicht geeignet für: GMP-Probenlagerhaltung — keine Temperaturkontrolle, kein Monitoring, kein Audit Trail.
Das sind die eigentlichen Kryolagergeräte — vakuumisolierte Tanks mit Deckel und Probenkorb-/Kassettensystem. Designed für die Langzeitlagerung biologischer Proben bei –196°C (Flüssigphase) oder –180°C (Dampfphase).
Die Consarctic® Produktserien:
Schlüsselmerkmal Consarctic® Tanks: Exzentrische Tanköffnung — reduziert die Verdampfungsoberfläche und damit den LN₂-Verbrauch um bis zu 30% gegenüber konventionellen Designs.
Kein Lagergefäß, sondern ein Transportgefäß. LN₂ ist in einem Absorberträgermaterial gebunden — kein freier Flüssigstickstoff, IATA-konform für den Lufttransport. (Ausführlicher Artikel: Kryogener Probentransport mit ASR+ Dry Shippern)
Kleinere, transportable Kryotanks für den Einsatz außerhalb des Labors — z.B. mobile Sammeleinheiten in der Reproduktionsmedizin oder Transplantation. Kompakt, stoßresistent, handlicher Griff.
| Kriterium | Entscheidungshinweis |
|---|---|
| Anwendungszweck | Lagerung vs. Transport vs. Laborarbeit — bestimmt Typ |
| Probenform | Ampullen vs. Cryobags → ABV+/ABS+/BSD+ vs. BSF+ |
| Kapazität | Wie viele Proben, in welchen Zeitrahmen skalierend? |
| GMP-Erfordernis | Monitoring, IQ/OQ/PQ, Audit Trail? |
| LN₂-Effizienz | Öffnungsdesign, Hold Time, Verbrauch |
| Wartungsaufwand | Servicenetz, Ersatzteilverfügbarkeit |
"Dewar" ist der Oberbegriff für vakuumisolierte Behälter für kryogene Flüssigkeiten. "Kryotank" wird speziell für Lagergeräte für biologische Proben verwendet. Im Laborsprachgebrauch wird "Dewar" für kleine Laborflaschen oder Werkzeug-LN₂-Gefäße benutzt; "Kryotank" bezeichnet Lagergeräte mit Probenkorb-System.
Für IVF und Reproduktionsmedizin: Consarctic® ABV+ und ABS+ Serie. Diese Tanks sind für Kryoampullen in reproduktionsmedizinischen Einrichtungen entwickelt. Die BSD+ und BSF+ Serien sind NICHT für IVF-Anwendungen vorgesehen.
Abhängig von Typ und Größe. Kleine Laborflaschen (1–5 Liter): einige Stunden bis wenige Tage. Mittelgroße Lagertanks: 1–4 Wochen. Große Consarctic® BSD+ Tanks: mehrere Wochen bis Monate je nach Beladung und Öffnungshäufigkeit. Der Datenlogger des Consarctic® Monitoring-Systems zeigt Füllstand und Temperaturen in Echtzeit.
Nein. Breithalsige Labordewar-Gefäße sind nicht für die kontrollierte Langzeitlagerung biologischer Proben geeignet — keine ausreichende Hold Time, kein Probenkorb-System, kein Temperaturmonitoring. Sie sind Arbeitsgefäße für kurzfristigen LN₂-Bedarf im Labor.
Kryogene Dewargefäße und Kryotanks sind keine austauschbaren Begriffe — sie bezeichnen Geräte mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften und Einsatzbereichen. Die richtige Wahl beginnt mit einer klaren Antwort auf: Was soll gelagert werden, wie lange, unter welchen regulatorischen Anforderungen?
Consarctic GmbH bietet die vollständige Produktpalette — von der IVF-optimierten ABV+ bis zum GMP-Großtank BSD+ — und berät bei der Auswahl.