Uniklinik RWTH Aachen: GMP-konforme Lagerung für Stammzellen und Zelltherapie

Uniklinik RWTH Aachen: GMP-Kryolagerung für Stammzellen und Zelltherapie

Im Stammzelllabor der Uniklinik RWTH Aachen lagern Präparate für Zelltherapie und GMP-Produktion bei rund −180 °C in der Gasphase über flüssigem Stickstoff. Consarctic® hat die komplette kryogene Infrastruktur dieses Neubaus geplant, gebaut und im Januar 2026 in Betrieb genommen, im April wurde die Anlage fachgerecht abgenommen: einen 16.000-Liter-Außentank, ca. 80m Meter vakuumisolierte Rohrleitung, 13 Probenlagerbehälter, zwei Einfriergeräte und eine Steuerung, die den gesamten Stickstoffkreislauf ohne manuelles Eingreifen betreibt und Verbrauch optimiert.

Im Video erklärt Wolfgang Wetzstein, Leiter der Herstellung im Stammzelllabor der Uniklinik RWTH Aachen, wie das Labor vorher gearbeitet hat und was sich mit der neuen Anlage verändert.

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Mein Name ist Wolfgang Wetzstein. Ich bin Medizintechnologe, leite das Labor für Stammzell- und Zelltherapeutika hier im Klinikum in Aachen. Wie ihr seht, wir stehen hier in ganz neuen Räumen. Die neuen Räume brauchten wir für unsere Patientinnen, um mehr Proben zu lagern, um uns hier weiterentwickeln zu können und neue Präparate für die Menschen in unserer Region anbieten zu können.
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Wir haben eine europäische Ausschreibung gemacht für alles, was hier in diesem Gebäude installiert worden ist. Bei Stickstoff ging es um einen Außentank und um die gesamte Anlage, die bei uns im Raum, wie ihr auch seht. Es gab mehrere BewerberInnen und Consarctic hat in den allermeisten Punkten übereingestimmt mit unseren Ausschreibungskriterien. Und das ist auch so ein Punkt, da fühlen wir uns auch echt wertgeschätzt und verstanden. Es wurde eben gemeinsam mit uns sich hingesetzt, überlegt, wie kann man es umsetzen und unsere Ideen, unsere Vorschläge wurden umgesetzt. Deswegen hat auch Consarctic den Zuschlag bekommen und wir sind hochzufrieden in der Form, wie es umgesetzt wurde und fühlen uns da echt mit einbezogen und richtig gut wertgeschätzt.
Wir freuen uns sehr, dass Consarctic die Ausschreibung gewonnen hat, denn wir arbeiten schon länger mit Consarctic zusammen, haben bis jetzt nur durchweg positive Erfahrungen gemacht. Der Service jederzeit, wenn irgendwas war. Wir haben sofort Hilfe bekommen. Es ist 24/7 einer erreichbar. Wir sind sehr, sehr zufrieden und auch froh, dass wir so eine gute Zusammenarbeit haben.
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Mit der jetzigen Anlage, so wie sie jetzt derzeit installiert ist, können wir doppelt so viel verarbeiten und schaffen, wie wir vorher geschafft haben. Und das war schon sehr, sehr viel, wie die Fallzahlen zeigen. Uns freut sehr, dass wir jetzt noch mehr leisten können. Wir sind personell sehr gut aufgestellt und jetzt sind wir technisch auch sehr gut aufgestellt. Wir freuen uns echt auf die Zukunft und auf die Dinge, die wir zukünftig noch machen werden.
Die Consarctic Einfrieranlage ist tatsächlich kein Teil der Ausschreibung gewesen, sondern diese Anlage benutzen wir schon seit Jahren bzw Jahrzehnten. Die Vorgängerin. Wir sind da hochzufrieden mit. Sie machen eine sehr gezielte und gesteuerte und gelenkte Einfrierkurve, eine Temperaturabsenkung für unsere Präparate, die in einer sehr sehr guten Vitalität verbunden ist und ein super Outcome mit einem vernünftigen Einfrierprozess durch unsere KollegInnen im Labor mit einem Outcome einer Vitalität von über 95 % bei 34 positiven Zellen.
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Zum Schluss das Beste von allem Unser großer, beeindruckender Stickstoff Außentank stellt uns Versorgungssicherheit für die Präparate zur Verfügung. Da passen 12.000 Liter flüssiger Stickstoff rein. Ist ganz super, ist auch ganz unkompliziert gebaut worden, einschließlich Leitungen und gut überlegt mit Zwischenspeicher, damit wir keine großen Verluste haben, die dann in Rauch aufgehen, die wir letztendlich bezahlen, aber dann am Ende nichts davon haben. Insgesamt lässt sich sagen, wir sind mit der Zusammenarbeit mit Consarctic sehr zufrieden. Ich bin sehr zufrieden, fühle mich persönlich sehr, sehr gut betreut und deshalb empfehle ich die Firma Consarctic jedem anderen, der auch was mit Stickstoff zu tun hat, weiter.

Aachen's Kryobank in Zahlen

13

Probenlagerbehälter

ca. 80m

Installierte Geräte

16.000L

Außentank

-180°C

Lagertemperatur

Warum die Uniklinik RWTH Aachen neu gebaut hat

Bis Ende 2025 versorgte sich das Stammzelllabor über einzelne Speisetanks, die in eine vakuumisolierte Stickstoffleitung einspeisten.

Die Probenlagerbehälter füllten bereits automatisch nach, aber nur so lange, wie aus den Speisetanks flüssiger Stickstoff kam. Zum Nachfüllen mussten die Speisetanks quer durch die Uniklinik transportiert werden.

Das funktionierte, kostete aber regelmäßig Personalzeit und band die Sicherheit der Proben an das manuelle Nachfüllen der Versorgungsbehälter. Mit sieben Probenlagerbehältern war die Anlage zudem am Ende ihrer Kapazität, und die Technik war in die Jahre gekommen. Für den Neubau schrieb die Uniklinik RWTH Aachen die kryogene Infrastruktur öffentlich aus.

Von der Kapazitätsgrenze zur Zukunftsperspektive

Einzelne Speisetanks, transportiert quer durch die Klinik und kein Platz mehr für neue Proben: Consarctic hat die Kryolagerung der Uniklinik neu aufgestellt. Heute versorgt ein vollautonomes System vom Außentank bis zum Probenlagerbehälter eine maximale Kapazität von bis zu 4.460 Beuteln.
vs
Altes system:
7 Probenlagerbehälter
Versorgung über einzelne Speisetanks
Transport durch die Uniklinik
Kapazitätsgrenze erreicht
Neues System Mit consartic
13 Probenlagerbehälter, 5.580 Liter LN₂-Volumen
16.000-Liter-Außentank, befüllt von Linde
Vollautomatische Stickstoffversorgung ohne Transportwege
Zukunftssichere Kapazität Ausgelegt auf bis zu 4.460 Beutelplätze

Wie die Anlage Proben und Personal schützt

Wie die Anlage Proben und Personal schützt

Flüssiger Stickstoff verdrängt Sauerstoff. In einem Raum mit 13 Behältern und zwei Einfriergeräten ist Arbeitssicherheit deshalb kein Zusatz, sondern Teil der Anlagenlogik. In Aachen greifen vier Mechanismen ineinander.

Eine Dräger-Sauerstoffmangelwarnanlage überwacht den Sauerstoffgehalt im Raum. Löst sie aus, sperrt die Hauptsteuerung FMCS Touch die Stickstoffzufuhr zum gesamten Gebäude und zu jedem einzelnen daran angeschlossenen Tank (Versorgungstank und Probenlagerbehälter).

Im Normalbetrieb läuft der Raum mit optimalem zweifachem Luftwechsel. Bei Alarm und immer dann, wenn die BIOFREEZE®-Einfriergeräte starten und entsprechend mehr Gas ausstoßen, fährt die Lüftung automatisch auf achtfachen den Luftwechsel hoch.

Das kalte Abgas wird über eine Ringleitung aus dem Gebäude geführt, um zu verhindern, dass sich Gas im Kryolager sammelt.

Erkennt die FMCS Touch einen Fehler, sperrt die Steuerung die Anlage, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten. Erst wenn der Fehler behoben ist, kann die Anlagen quittiert werden.

Alle Alarme laufen zusätlich auf die Gebäudeleittechnik der Uniklink auf, Füllstände und Druckwerte werden übertragen. So ist eine absolute Überwachung gewährleistet.

Wie die automatische Flüssigstickstoffversorgung in Aachen aufgebaut ist

Die Anlage besteht aus vier Ebenen: einem Außentank als Vorrat, einem Zwischenspeicher im Gebäude, einer vakuumisolierten Rohrleitung als Verteilnetz und den Verbrauchern — 13 Probenlagerbehälter und zwei Einfriergeräte. Gesteuert wird alles zentral über das smarte Kontrollsystem FMCS Touch.

Außentank und Zwischenspeicher: der Vorrat

74,9 Meter Vakuumleitung in Segmentbauweise

13 Proben-
lagerbehälter in Gasphasenlagerung

Technical Details

Technische Daten der Eingesetzten Behälter

BSR420+

BSF220+

Anzahl in Aachen

11

2

Volumen

464 l

238 l

Statische Verdampfung

8,3 l/T

4,8 l/T

Gehäuseform

rund

rechteckig

Entnahmehöhe

1.170 mm

1.200 mm

Cryobags 500 ml

380

170

Ampullen 2 ml

25 900

10.400

FMCS Touch & Biolog®

FMCS Touch und Biolog®: zwei Ebenen der Überwachung

FMCS Touch (Filling Management Control System) ist die zentrale Steuerung. Sie koordiniert alle 13 Nachfüllautomatiken, überwacht Füllstände und Drücke an Außentank, Zwischenspeicher und Vakuumleitung, steuert die Vorkühlung und sperrt die Anlage im Fehlerfall. Sie optimiert den Verbrauch beim Nachfüllen, um die Verluste zu minimieren.
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Biolog® ist die hauseigene Überwachungssoftware von Consarctic® und läuft auf einem PC im Labor. Sie protokolliert Temperaturen, Füllstände und Ereignisse jedes einzelnen Probenlagerbehälters — die Grundlage für die GMP-Nachweisführung.
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Kurz gesagt: FMCS Touch beantwortet „Läuft die Anlage sicher?", Biolog® beantwortet „Was ist mit welchem Behälter wann passiert?"

FAQ

Häufige Fragen zur Kryoanlage in Aachen

Welche Kryotechnik nutzt das Stammzelllabor der Uniklinik RWTH Aachen?

Das Stammzelllabor der Uniklinik RWTH Aachen arbeitet mit einer Consarctic®-Anlage aus 11 Kryobehältern BSR420+, 2 Behältern BSF220+, zwei Einfriergeräten BIOFREEZE® SMARTLINE und BV45 sowie einem 16.000-Liter-Außentank mit 74,9 Meter Vakuumleitung. Gesteuert wird sie über FMCS Touch, dokumentiert über Biolog®.

Wie lange dauert der Aufbau einer kryogenen Versorgungsanlage?

In Aachen haben zwei Techniker rund drei Wochen für die Montage gebraucht — Außentank, 74,9 Meter Vakuumleitung, Abgasleitung, Verdrahtung und Inbetriebnahme inklusive. Die Planungs- und Ausschreibungsphase davor ist projektabhängig und dauert in der Regel deutlich länger als die Montage selbst.

Was ist Gasphasenlagerung und warum wird sie für GMP-Präparate eingesetzt?

Bei der Gasphasenlagerung liegen die Proben nicht im flüssigen Stickstoff, sondern im kalten Gas darüber, in Aachen bei rund −180 °C. Weil kein flüssiges Medium die Proben verbindet, ist eine Kreuzkontamination zwischen Präparaten ausgeschlossen — Voraussetzung für die Lagerung klinischer Zelltherapiepräparate.

Wie lässt sich eine Kryoanlage in die bestehende Gebäudeleittechnik integrieren?

Über standardisierte Schnittstellen: In Aachen meldet FMCS Touch alle Alarme an die Gebäudeleittechnik der Uniklinik und überträgt Füllstände sowie Druckwerte als 4–20-mA-Signal. Zusätzlich nimmt die Steuerung den Alarm der Dräger-Sauerstoffwarnanlage entgegen und sperrt bei Sauerstoffmangel die Stickstoffzufuhr zum Gebäude.

Wer baut schlüsselfertige kryogene Infrastruktur für Zelltherapie-Einrichtungen?

Consarctic GmbH plant, baut, qualifiziert und wartet vollständige kryogene Anlagen für GMP-Einrichtungen — von der Ausschreibungsbegleitung über Außentank, Rohrleitung, Behälter und Steuerung bis zur IQ/OQ-Dokumentation und zum Wartungsvertrag. Consarctic® ist seit 2004 nach EN ISO 13485 und ISO 9001 zertifiziert und betreut mehr als 1.500 Kunden in über 30 Ländern.

Was kostet eine vollautomatische LN₂-Versorgungsanlage?

Der Preis hängt von Behälterzahl, Leitungslänge, Größe des Außentanks und den Sicherheitsanforderungen des Gebäudes ab — eine Anlage dieser Größenordnung wird immer individuell geplant. Consarctic® erstellt nach einer Bestandsaufnahme vor Ort ein konkretes Angebot inklusive Qualifizierung und Wartung.

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Kryoinfrastruktur für Ihr GMP-Labor planen

Das Projekt in Aachen zeigt, wie eine optimale Stickstoffversorgung aussieht, wenn sie von Anfang an als Gesamtsystem geplant wird: Vorrat, Verteilung, Lagerung, Einfrieren, Überwachung und Arbeitssicherheit greifen ineinander, statt aus Einzelkomponenten zusammengesetzt zu werden. Die Anlage wurde im Januar 2026 abgenommen und ist in Betrieb. Der Probenbestand aus dem Altsystem ist im September 2026 in die neuen Behälter umgezogen. Planen Sie einen Neubau, eine Erweiterung oder den Ersatz einer bestehenden Anlage? Consarctic® begleitet Sie von der Bestandsaufnahme über die Ausschreibungsunterlagen bis zur IQ/OQ-Abnahme, Umzug Ihres bestehenden Probenmaterials, sowie die anschließende Prüfung/Wartung der Anlage — mit 24/7-Notfallservice.

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